Früchte der Arbeit erkennbar

Förderverein "Bauen für Geborgenheit" vor sieben Jahren in Altdorf gegründet

Ziel: Geborgenheit Orientierung und Sicherheit für Kinder - In Altdorf bereits vielfach umgesetzt
Der Bote Samstag/Sonntag, 14./15. Februar 2004

Altdorf - Vor sieben Jahren wurde der Förderverein "Bauen für Geborgenheit" - Würzburger Modell in Altdorf gegründet. Mitbegründer war der damalige evangelische Dekan Christoph Dietrich Schirmer. Aufgabe des Vereins ist es, die Erkenntnisse und "Erfahrungen in der Umsetzung des "Würzburger Modells" weiter zu geben und diese weiter zu entwickeln"

Durch die differenzierte Gestaltung von Räumen, in denen Menschen wohnen, wird Geborgenheit, Orientierung und Sicherheit vermittelt. Dies sind Vorraussetzungen, um Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit zu entwickeln. Das wiederrum ist ein Beitrag zur Vorbeugung gegen Sucht und Gewalt.
Damit das erreicht werden kann, werden folgende Gestaltungskriterien beachtet: Geborgenheit im Raum entsteht durch Grundrisse, Verwendung von warmen, ökologischen Materialien, wie Textil, Holz, Differenzierung von Licht und befriedenden Farben. Sicherheit entsteht durch feste Strukturen im Raum. Individualität und Gemeinschaft wird erreicht durch die Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten. Jeder kann seinen Platz finden. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche sind miteinander verbunden, so dass der Kontakt zur Gemeinschaft nicht verloren geht.

Genügend Raumangebot muss vorhanden sein, damit auch gemeinschaftliche Begegnungen und Aktionen möglich sind. Aktivität fördert Fähigkeiten und Begabungen. Hier werden in den Wohnräumen Bereiche geschaffen, die sich für unterschiedlichste Begabungen und Ziele (besonders der Pädagogik) eignen. So werden zum Beispiel Werkbereiche im Sinne der besonderen Wertschätzung auf Podesten eingerichtet. Dazu gehören auch Wohnküchen und Bereiche für lebenspraktische Tätigkeiten (zum Beispiel Wäschepflege).

Das Konzept "Bauen für Geborgenheit" zeichnet sich besonders auch dadurch aus, dass die Nutzer der Räume (Mitarbeitende Bewohner, Angehörige) nach Möglichkeit in die Planung und handwerklichen Ausführungen einbezogen sind.

In Altdorf sind vier Kindergärten, mehrere Schulräume im Förderzentrum und ein Klassenraum in der Schule für Körperbehinderte nach diesen Gestaltungskriterien gebaut worden. Auch der neue Hort im Löhehaus wird nach den Kriterien gestaltet.

Über die örtlichen Einrichtungen hinaus sind in Bayern und ganz Deutschland eine Vielzahl von Kindergärten, Jugendhilfeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen in Schulräume umgebaut worden. Auch in Wohnungen der Altenhilfe gibt es inzwischen Beispiele für das Raumgestaltungskonzept.

Dieses Raumgestaltungskonzept basiert auf der Arbeit von Prof. Wolfgang Mahlke, Uni Würzburg, einem Architektenteam in Würzburg und insbesondere auf den Ergebnissen eines Forschungsprojektes des Bayrischen Sozialministeriums in der Durchführung des Diakonischen Werkes - Landesverband Nürnberg.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden zur alleinigen Nutzung dem Verein "Bauen für Geborgenheit" in Altdorf übertragen. Inzwischen hat das Deutsche Patentamt in München Markenschutz verliehen.

Im ehrenamtlich tätigen Vorstand engagieren sich Roland Bayer, Dipl. Ing. (Innenarchitekt), Großvoggenhof, Diakon Erich Böllner, Leiter der Evang., Jugendhilfe, Ernst Naegelsbach, Haus Sulzbach Rosenberg, Diakon i.R. Eduard Wisgalla, Altdorf. Als Kassier fungiert Angelica Ruhl-Schneider, Religionspädagogin, Betzenstein, die Rolle der Schriftführerin hat Christine Wisgalla, Erzieherin, Ludersheim. Zur Umsetzung des Gestaltungskonzeptes stehen zertifizierte Architekten und Schreinerein zur Verfügung.

Blick von oben
Küche